Fünf-Punkte-Plan für mehr Pünktlichkeit auf der Marschbahn

Mit einem gemeinsamen Fünf-Punkte-Plan wollen das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn den störungsanfälligen Betrieb auf der Marschbahn zwischen Hamburg, Niebüll und Westerland stabilisieren.

Die Strecke ist die wichtigste Bahnverbindung an der Westküste und die einzige landseitige Anbindung Sylts. Seit Jahren sorgen Verspätungen und Zugausfälle für Kritik. Ministerpräsident Daniel Günther, Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen, Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla und Vertreter des Bundes vereinbarten nun konkrete Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Kern des Plans ist ein Trassentausch zwischen Regional- und Autozügen. Dadurch erhält der Regionalverkehr zwischen Husum und Niebüll zusätzliche Fahrzeitreserven von bis zu 15 Minuten, um Verspätungen aus Richtung Hamburg besser und zügiger abbauen zu können. Die Umsetzung ist zum Fahrplanwechsel 2026/27 vorgesehen und erfordert zusätzliche Fahrzeuge sowie mehr Personal. Die Projektkosten teilen sich Land und DB zu gleichen Teilen. Aufgrund der Fahrzeugverfügbarkeit kann die Umsetzung des Trassentauschs erst mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026/27 erfolgen.

Ergänzend entwickeln Land und DB ein neues Störfallkonzept mit klaren Abläufen für typische Betriebsstörungen und die Priorisierung von Zügen. Zudem werden Wartungs- und Ersatzteilkapazitäten entlang der Strecke ausgebaut. Langfristig soll vor allem der zweigleisige Ausbau zwischen Niebüll und Westerland die Kapazitätsengpässe beseitigen. Besonders betroffen sind die Abschnitte Niebüll–Klanxbüll und Morsum–Tinnum. Das Land finanziert die laufenden Planungen vor, der Bund unterstützt den Ausbau. Auch die Elektrifizierung bleibt Teil der Modernisierung der Marschbahn.

Info: Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein