Dank Sondervermögen des Bundes: 13 zusätzliche Schienenprojekte für knapp 900 Millionen Euro

Um das rund 1.350 Kilometer lange Schienen­netz in Schleswig-Holstein stabiler und attrak­tiver zu machen, hat das Land gemeinsam mit der Deutschen Bahn und der AKN Eisenbahn GmbH ein Arbeitspaket mit 13 zusätzlichen Schienenprojekten geschnürt.

Staatssekretärin Henckel stellte u. a. mit  Ute Plambeck von der DB sowie der  DB InfraGO, AKN und NAH.SH die wichtigsten Schienen­projekte für Schleswig-Holstein vor.

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 900 Millionen Euro. Allein aus dem Sondervermögen des Bundes für die Länder fließen in den kommenden Jahren zusätzlich 200 Millionen Euro in das Schienennetz. Ziel ist es, Aus- und Neubauten, Sanierungen, Elektrifizierungen und Reaktivierungen früher umzusetzen als bislang geplant. Verkehrsstaatssekretärin Susanne Henckel stellte die Vorhaben gemeinsam mit Ute Plambeck, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Sönke Kreft, Leiter Betrieb Netz Kiel bei DB InfraGO, AKN-Geschäftsführer Matthias Meyer und NAH.SH-Geschäftsführerin Birgit Austen am 23. Februar 2026 bei einem Pressetermin vor.

Ein zentrales Thema bleibt die Marschbahn zwischen Niebüll und Westerland, eines der größten Nadelöhre im Land. Staatssekretärin Henckel betonte die Bedeutung einer schnellen Bereitstellung von Planungsmitteln durch den Bund sowie einer prioritären Verankerung der Strecke im Infraplan des Bundes, um den zweigleisigen Ausbau dauerhaft abzusichern. Weitere Gespräche zur Marschbahn sind im März in Berlin sowie im April auf Sylt geplant. Ebenfalls prioritär ist die Fertigstellung der neuen Schleibrücke in Lindaunis. Nach Abschluss der Bauarbeiten zum Jahreswechsel 2027/2028 soll der Regionalexpress 72 wieder durchgehend zwischen Flensburg und Kiel verkehren. Erstmals ist zudem ein regelmäßiger Halt in Lindaunis vorgesehen, ermöglicht durch eine aus dem Sondervermögen finanzierte Bahnsteigverlängerung.

Weitere Mittel fließen in Bahnsteigverlängerungen auf der Strecke Kiel–Hamburg, um künftig längere Züge einsetzen zu können. Geplant sind außerdem Ausbauten der Strecken Neumünster–Bad Oldesloe und Kiel–Preetz, Maßnahmen im Knoten Flensburg sowie die Reaktivierung der Strecke Bergedorf–Geesthacht. DB-Konzernbevollmächtigte Ute Plambeck betonte, dass mit dem Sondervermögen wichtige Infrastrukturprojekte gezielt vorangebracht werden könnten, gleichzeitig aber Planungs- und Baukapazitäten bundesweit sorgfältig abgestimmt werden müssten.

Parallel setzt die DB weitere Maßnahmen um, darunter neue elektronische Stellwerke, Modernisierungen auf der Marschbahn sowie Investitionen in Bahnhöfe und Strecken im gesamten Land. Auch die AKN treibt ihre Projekte planmäßig voran, etwa beim Ausbau der S5 und der Reaktivierung der Strecke Kiel–Schönberger Strand. NAH.SH begleitet die Vorhaben. Die kommenden Jahre sind trotz notwendiger Bauarbeiten und damit verbundener Einschränkungen für die Fahrgäste ein wichtiger Schritt für einen leistungsfähigeren Nahverkehr.

Info: Ina Michael, NAH.SH